Liebe Schüler/-innen und Eltern, sehr geehrtes Lehrerkollegium!
Im Namen der Caritas Lipova möchte ich mich herzlich bedanken für die Spende von 335,55 EUR für das Schüler/-innen – Wohnheim „Jakobus-Haus“ der Caritas Lipova. Wir haben von diesem Geld die Faschingsfeier des Hauses finanzieren können, und es ist auch noch Geld übrig geblieben für den Unterhalt der Haus-bewohner.
Wie Sie wissen, dient das Jakobus-Haus-Projekt dazu, Jugendlichen, die in abgelegenen Dörfern wohnen und deren Eltern kein Geld haben für ein Internat oder eine private Unterbringung in einem Ort, in dem es eine höhere Schule gibt, dennoch die Möglichkeit eines höheren Schulabschlusses zu eröffnen. Die Schulpflicht ist zwar nach der achten Klasse erfüllt, aber nach acht Schuljahren hat man praktisch keine Chance auf irgendeine Anstellung. So gut wie jeder Arbeitgeber verlangt wenigstens zwölf Klassen, die mit dem sogenannten Bacalaureat abgeschlossen werden. Viele wählbare Lernprofile sind sehr praktisch ausgerichtet und entsprechen eher einer Berufsschule denn einem Gymnasium. Von den Bewohnern unseres Jakobus-Hauses haben viele (vor allem männliche) die Profile Mechanik oder Elektrotechnik gewählt. Unter den Mädchen ist das Profil Wirtschaft und Buchhaltung beliebt.
Voraussetzung für die Aufnahme in unser Wohnheim ist Lernbereitschaft. Allerdings gibt es keinen Mindestnotendurchschnitt, denn manche kommen mit einem sehr schlechten Notendurchschnitt zu uns, einfach weil sie den größten Teil des Tages unterwegs waren zur Schule und von dort wieder nach Hause. Einen Schüler haben wir, bei dem es im Elternhaus keinen Tisch gibt. Er konnte nur auf einem Bett sitzend und auf den Knien schreibend Hausaufgaben erledigen. Außerdem wird er zu Hause zu verschiedenen Arbeiten herangezogen vom Kühe Hüten bis zu Bauarbeiten. Es ist klar, dass dabei keine guten Schulnoten herauskommen können. Seit er in unserem Wohnheim ist, hat sich sein Notendurchschnitt sehr verbessert. In keinem Fach ist mehr die Versetzung in die nächsthöhere Klasse gefährdet. Nur seine Leidenschaft für Computerspiele muss immer wieder gebremst werden, obwohl sie verständlich ist, denn der PC ist für ihn das Symbol seines neuen Lebens und einer früher ungeahnten Horizont-erweiterung.
Wir freuen uns, wenn Sie unserem Projekt weiterhin verbunden bleiben und senden an alle unsere besten Grüße!
Dr. Imogen Tietze
Caritas Lipova

