Wallfahrten

In der Umgebung gibt es mehrere Wallfahrtsorte, bei deren Besuch die Caritas Lipova organisatorische Hilfe anbieten kann. Direkt am Ort liegt die Pilgerstätte Maria Radna.

Maria Radna
Maria-Radna ist der bedeutendste Wallfahrtsort der katholischen Kirche im Banat. Am 15. August pilgern die Katholiken zu dieser der Mutter Gottes geweihten Kirche.


Erste schriftliche Aufzeichnungen stammen aus dem Jahre 1722. Der Chronist P. Stefan Novoselic berichtet von nächtlichen Lichterscheinungen, für die es keine Erklärung gab. Zu dieser Zeit fanden bereits Prozessionen und vereinzelte Wallfahrten statt. Der Pest in Arad im Jahre 1707 folgten scharenweise Pilgerzüge. Zu dieser Zeit existierte schon das Gnadenbild, das heute über dem Altar in der Kirche angebracht ist. Dieses Bild entstand in der Remondinischen Druckerei zu Bassano in Norditalien und stammt eigentlich aus einer Massenproduktion. Hunderte, Tausende solcher Bilder verließen die Druckerpresse, obwohl bis heute kein einziges Zweitexemplar gefunden wurde. In der Größe 60 x 80 cm, auf mittelmäßigem Papier gedruckt, ist eine Skapulier-Madonna dargestellt.
Als im Jahre 1695 die Kirche nieder brannte, sei das Bild unversehrt aus Schutt und Asche geborgen worden. 1750 wurde vom Bischöflichen Ordinariat nach eingehender Prüfung verschiedenste beglaubigte Berichte über Krankenheilungen, Errettungen aus Todesgefahr, Kindersegen usw. dienten als Beweise – der Wallfahrt nach Radna statt gegeben.
Von 1756 bis 1767 wurde der Neubau der Kirche, wie sie sich heute präsentiert, errichtet. In seiner Länge misst das Gotteshaus 60 m, 20 m beträgt die Breite und das Kirchenschiff hat eine Höhe von 21 m. Die beiden 1782 fertiggestellten Türme wurden 1911 erhöht und sind heute mit ihrer Höhe von 67 m weithin sichtbar. An der Wand gleich nach dem Eingang rechts ist eine Malerei mit einem Türken zu finden. Bei genauerem Hinsehen entdeckt man einen im Bildnis eingearbeiteten Stein. Dieses Bild hat die Legende zum Inhalt, nach der der Huf des Pferdes eines türkischen Befehlshabers beim Versuch die Kirche zu zerstören, plötzlich im Stein versank. Die anderen Türken, ob dieser Tatsache erschreckt, wichen zurück, und die Kirche blieb verschont.
1948 wurden die Orden und Kongregationen der kath. Kirche aufgelöst. Durch ein Versehen war der Franziskanerorden nicht erwähnt. Wallfahrten wurden verboten, Klöster verstaatlicht. In Radna verblieb nur ein einziger Pater mit zwei Brüdern, im Kloster wurde ein staatliches Altenheim errichtet. An den Wallfahrtstagen durften nicht mehr als zwei Priester anwesend sein. Im kleinen lebte die Pilgertradition jedoch weiter.
Verständlich, dass gerade nach der Revolution die Wallfahrt nach Radna ein besonderes Zeichen für die neu gewonnene Freiheit – besonders der religiösen – darstellt.

Literatur:
BRUDNJAK, Johannes, GRAEF, Rudolf, KREMM, Werner, Das rumänische Banat. Reiseführer für Südwestrumänien, austria medien service GmbH, Graz, 1998, ISBN 3-85333-038-X

Tschanad

Maria Tschiklowa
Maria-Tschiklowa ist die Wallfahrtskirche der Katholiken des Banater Berglandes.
Ziel der Pilger ist das blumenumrankte Gnadenbild der gekrönten Muttergottes mit dem Jesuskind. Zu diesem Bild, es wurde früher in einer Höhle verehrt, sollen schon in der Türkenzeit Pilger aus nah und fern gezogen sein. Anfang des 18. Jh., als die ersten deutschen Siedler nach Tschiklowa kamen, errichtete man auf dem Felsen eine kleine Kapelle, die man „Maria-Fels“ benannte. 1733 wurde der vollkommene Ablass für die Festtage „Maria-Himmelfahrt“ und „Maria-Geburt“ gewährt. 1777 war die Kapelle zu klein geworden und man wollte eine neue Kirche an einem anderen Platz bauen. „Jedoch“, so wird erzählt, „wurde dieser Plan wieder aufgegeben, nachdem sich ein Wunder zugetragen hatte: Das Gnadenbild, das aus der alten Kapelle zu dem neuen Ort gebracht worden war, schwebte wieder an seinen angestammten Platz zurück“.
Eine andere Wundererzählung betrifft den Sturz eines Mädchens vom hohen Felsen in die Tiefe. Die Mutter, die das Unglück mit ansehen musste, flehte innigst zur Muttergottes um Hilfe. Wunderbarerweise überlebte das Kind, es trug nur einige Kratzer am Kopf davon. Als Dank spendete die Familie ein Ölbild, das heute noch in der Kirche zu sehen ist.
Die Innenausstattung der Kirche ist einfach. Vom Kirchenfelsen aus hat man einen guten Überblick über das Dorf, das entlang des Tales, an beiden Ufern des Baches liegt.

Literatur:
BRUDNJAK, Johannes, GRAEF, Rudolf, KREMM, Werner, Das rumänische Banat. Reiseführer für Südwestrumänien, austria medien service GmbH, Graz, 1998, ISBN 3-85333-038-X